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…und wer hat Schuld?

2014
08.23

Natürlich die Bahn. Wie immer. Da kauft man nun extra eine Fahrradkarte für 3,50 und fährt eineinhalb Stunden eher vom heimischen Regionalbahnhof los, um dann am Hauptbahnhof in Ruhe noch was frühstücken zu können und dann kommt die freundliche Ansage, dass alle Züge bis auf weiteres ausfallen. Ja, toll. 3,50 Euro der Bahn geschenkt und dafür kann ich dann mit dem Rad erst mal rüber nach Farmsen zur Ubahn rasen. Am Hauptbahnhof hatt es dann gerade noch zum Kauf von zwei Fanzbrötchen gereicht, dann fuhr auch schon der Zug nach Köln ein. Im Zug selber hat mich ein Kaffee zu 3,30 Euro vom Kauf weiterer Lebensmittel abgehalten. Ausserdem war der Speisewagen voll mit zugedröhnten HSV-Banausen, die alles anpöpelten, was nicht die Insignien dieses Vereines zur Schau trug. Meine Hoffnung, in der halben Stunde Aufenthalt in Köln noch was zu Essen zu bunkern zerschlug sich bereits in Osnabrück mit 15 Minuten Verspätung, die in Köln auf 20 Minuten angewachsen waren. Schnell zum Bahnsteig mit dem Zug nach Aachen gehetzt um dort zu erfahren, dass der Zug 10 Minuten später abfuhr. Nach 10 Minuten wurde dann alle fünf Minuten um weitere fünf Minuten erhöht, bis wir bei 25 Minuten waren, dann kam der Zug…, …der Zug war proppenvoll….
Kürzlich sagte jemand zu mir, dass es in manchen Situationen keine schlechte Idee sei, eine Schusswaffe in Reichweite zu haben, selbst als glaubensfester Pazifist. Ich glaube, ich weiss jetzt…
Irgendwie muss der Papst gerade in Aachen gewesen sein, jedenfalls war der Bahnhof volllll mit Menschen, wie ich es sonst nur vom freitagnachmittäglichen Hamburger Hauptbahnhof kenne. Bloss weg da, aber fix.
Und so fuhr ich los, mit nur einem Franzbrötchen und einem Kaffe für 3,30 Euro im Magen. Das andere Franzbrötchen hatte ich mir für schlechte Zeiten aufgehoben. Und die sollten alsbald folgen.k23_009
Ich muss zugeben, ich hatte das Rauf und Runter westlich von Aachen erheblich unterschätzt. Als Flachlandbewohner habe ich dafür wenig Gefühl und noch weniger Erfahrung. Irgendwann musste ich anhalten und war heilfroh, mein süßes Franzbrötchen und noch einen Liter Wasser zu haben. Das hat mich dann noch bis ans Ziel gebracht. Unterwegs wechselte das Wetter ständig zwischen sonnigem Sommerwetter und Gewitterschauern mit Hagel, was meine Laune nicht hob.

Nachdem mich die Fähre bei Eijsden als alleinigen Fahrgast für einen Euro über die Maas gebracht hatte, wurde es entspannter.

k23_019Der Regen ließ nach und entlang des Albertkanals blieb es weitestgehend flach.
In Diepenbeek bei Tineke erwartete mich ein großes Zimmer und eine warme Dusche, nach der bereits alles wieder in Ordnung war. Nur Hunger hatte ich immer noch. Die Maxiportion belgische Pommes und drei Spieße frittiertes Fleisch von einem toten Tier in der nächsten Frituur lösten auch dieses Problem in Wohlgefallen auf.
Tja, alles in Allem lief’s ganz gut, aber auch diesmal ist noch Luft nach oben.