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Navi mit Muskelkraft

2013
11.20

Na gut, nicht direkt, sondern über den Umweg Akku. Aber im Grunde erzeuge ich die Energie, die für den Betrieb meines GPS-Gerätes und der Digitalknipse nötig ist, jetzt selber. Und das kam so:

Auf den vergangenen Urlaubstouren stellte sich mir immer das Problem der Stromversorgung für das Garmin GPSMap 60csx und für meine kleine Canon Powershot. Dass beide Geräte mit jeweils zwei AA-Akkus betrieben werden, stellt einen nicht zu unterschätzenden Vorteil dar. Ich brauch nur eine Sorte Akkus, die Größe AA ist gut verfügbar und zur Not kann man auch Batterien der gleichen Größe nehmen. Bei der Kamera ist diese Lösung allerdings suboptimal, weil die Anzeige bereits nach kurzer Zeit leere Batterien signalisiert. Keine Ahnung warum, aber Akkus halten da deutlich länger. Dem Garmin ist das egal, da sind die Laufzeiten ungefähr gleich.

Bis jetzt hab ich also immer einen Sack voll Akkus zum Wechseln und/oder ein Ladegerät mitgeschleppt. Zwar hab ich in der Regel immer eine Gelegenheit gefunden, leere Akkus, wenn nötig, wieder aufzuladen, aber ich durfte es halt nicht vergessen.

Was lag also näher, als sich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen, die das Bordstromnetz bietet. Mittlerweile gibt es reichlich und brauchbare Lösungen, Navi und Konsorten mit der Energie zu versorgen, die ein Nabendynamo ohnehin permanent zur Verfügung stellt. Da sind viele Geräte am Markt. Leider keines, welches auf meine spezifischen Bedürfnisse technisch und preislich passen würde.

Machen wir es eben wie immer, bauen wir selber was. Glücklicherweise haben einige engagierte und kluge Leute auf dem Gebiet schon sehr viel Vorarbeit geleistet so dass ich quasi nur noch nachbauen brauchte und meinen Gehirnschmalz nur für die räumliche Installation verbrauchen musste.

Entschieden habe ich mich für den Forumslader in der 6V Version. Der lässt sich klein genug bauen, um ihn im Lenkerrohr unterzubringen. Er hat zwar mehr drauf als nur vier AA-Akkus zu laden, aber mir reicht diese Funktion vollkommen. Außerdem ist die Schaltung einfach genug um auch bei Lötkolbenlegasthenikern wie ich einer bin auf Anhieb zu funktionieren. Als Schalter habe ich mich in der ersten Version für einen alten Lichtschalter für Simson-Mopeds entschieden. In der zweiten Version hab ich dann eine schlankere Variante gebaut, die weniger am Lenkerrohr aufträgt. Das Akkupack ist in einer kleinen wasserdichten Tasche unter dem Sitz verstaut. Dort kann ich bequem immer volle Akkus entnehmen.

Auf den letzten Tagestouren funktionierte die Anlage wunderbar, die Akkus waren schneller wieder geladen, als die Geräte sie entleert haben.

 

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Erste Version (noch nicht eingeschweißt), im Schalter die LED, hinten raus werden die Kabel für Nabendynamo, Licht und Akkupack rausgeführt.

 

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Verbaut sieht das Ganze so aus.

 

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Zweite Version (noch nicht eingeschweißt) Die Elektronikwurst ist um ein Drittel kürzer.

 

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Die Bauteile Elektonikwurst, Schalter mit LED und vorbereitetes Lenkerrohr. Die Elektronik ist eingeschweißt und mit Heißkleber abgedichtet

 

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Alles zusammengebaut.

 

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Vor der Verkabelung. Kabel für Nabendynamo, Licht und Akkupack werden wieder nach hinten rausgeführt.

 

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Linke Seite. Verlötete Kabel im Schrumpfschlauch.

 

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Rechte Seite. Die Elektronikwurst hat an einem Ende eine kleine Drahtöse zum Rausziehen mit einer Speiche.

 

091011

Feddisch!

Die Lenkerenden sind mit Stopfen abgedichtet, der Schalter mit etwas transparenten Silikon versehen.