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Ich glaube, ich habe Rotterdam

2016
09.01

etwas Unrecht getan.

Es ging mir eigentlich nur um meinen ersten Eindruck. Dabei gebe ich einfach mal dem Kontrast zu Antwerpen die Schuld, welches mir mit seinem liebenswerten Schmuddelchaos immer sympathischer wird.

Als ich gestern nach 20 Kilometern den Stadtrand von Rotterdam erreicht hatte, war klar, dass die Stadt nicht nur aus sterilen Neubausiedlungen und Hochhäusern besteht. Wunderbare Parks, nette Wohnhauszeilen und Gegenden mit fast dörflichen Charakter, alles da. Ich muss mir für diese Stadt einfach mal mehr Zeit nehmen.

Das Gleiche gilt nicht für Amsterdam. Diese Stadt ist ein Moloch. Ob es an den Unmengen an Touristen lag, den allgegenwärtigen Baustellen oder dem für Liegeradfahrer eher suboptimalem Verkehrssgewimmel, ich war froh, als ich meine Unterkunft heil erreicht hatte. Das Grillrestaurant meiner Wahl war ein Reinfall und die ganze Nacht wechselten sich Straßenbahn und Mofa-Rowdys dabei ab, mir den Schlaf zu rauben. Nee, das mit Amsterdam und mir läuft nicht so richtig.

Egal, heute bin ich auf dem Land in Enkhuizen.

Auf dem Weg hierher hab ich mir mal die Zaanse Schans angesehen. Das ist so ne Art Holland unter der Glocke. Da wird so ziemlich jedes Klischee bedient, was Holland zu bieten hat. Voll mit vorwiegend asiatischen Touristen. Zwei buddistische Mönche stürmten sofort auf mich zu, um sich wechselseitig mit mir  und dem Ligerad fotografieren zu lassen. Als Dank für mein Mitspielen haben sie mir dann die Hand auf den Kopf gelegt. Ich deute das mal als Segen oder so. Mein Karma ist nach letzten Prognosen auch tatsächlich um ca. 74 Prozentpunkte ins Plus geruscht.

Danach hab ich mir noch den Radweg mit den eingebauten Solarsteinen angesehen. Den haben sie vor ca. einem Jahr eröffnet. Wenn man’s nicht weiß, bemerkt man das kaum. Drei Felder mit jeweil 40 Glassteinen, relativ unspektakulär. Im Gegensatz zur Technologie dahinter. Wenn ich wieder zu Hause bin, muss ich mich mal schlau machen.

Glaubt es oder nicht, die Leute in Hoorn haben heute extra auf mich gewartet mit der Eröffnung ihres Käsemarkts. Ich kam um die Ecke auf den Markt voller Menschen, eine Glocke läutete, ich hörte irgendwas wie „Kaasmarkt is nu open“ und zack, saß ich im nächsten Hollandklischee. Die volle Nummer, Feilschen per Handschlag, die Käseträger, alles da. Ich hab mich schnell davon gemacht. nicht, dass mir noch Holzschuhe wachsen.

bis demnächst…