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Der Schöpfer und ich

2013
08.30

an meinem Geburtstag für eine Stunde in einem Raum im Gespräch vertieft. Nein, nicht DER Schöpfer, es geht um Bram Moens, Erbauer meines Liegerades. Bei M5 in Middelburg vorbei zu schauen, war ein wichtiger Teil des Reiseplanes und schon alleine für diese Stunde hat sich der Trip gelohnt. Ich durfte alles ausprobieren und anfassen, er hat mir alle meine dummen Fragen beantwortet und wir haben viel gelacht. Er hat sich vor allem für meine selbst gebauten Taschen interessiert. Ich habe ihm dann angeboten, ihm die diesjährigen Modelle zu schicken, wenn ich sie nicht mehr brauche. Er sagte, er würde dann lieber die neuen Modelle nehmen. Tja, so kann’s kommen, da besucht man eine Liegeradbauer und der ist scharf auf deine Packtaschen.
Bei der Gelegenheit habe ich kurzentschlossen die notwendigen Teile für meinen Umbau auf 26 Zoll-Räder erworben. Jetzt hab ich zwar wieder Ärger mit der Finanzabteilung, aber wenn schon Geburtstagsgeschenk, dann richtig.
Man sollte meinen, der Tag kann gar nicht schöner werden, aber weit gefehlt.
Auf die Frage, warum ich von Südwesten nach Nordosten fahre, habe ich immer geantwortet, weil ich clever bin. Das ist in dieser Gegend die Hauptwindrichtung. Und ein fauler Sack wie ich nimmt mit, was er kriegen kann.
Nun, die ersten drei Tage sah es so aus, als hätte ich mich kräftig verzockt. Es herrschte Gegenwind, nur leicht zwar, aber spürbar.
Heute aber….!
Was muss man tun, um bei brüllenden Sonnenschein und einem extra starken Rückenwind aus Westen knapp hundert Kilometer zu fahren, ohne eine einzige Kalorie zu verbrauchen? Na? Genau, immer schön aufessen, nie übers Wetter meckern und Petrus zum Freund haben. Dann klappt es auch mit dem Geburtstagswetter. Wurde ja auch mal Zeit, nach all den Jahren, in denen es nie zur Debatte stand, ob es an meinem Geburtstag regnet, sondern nur wie viel.
Es war eine Messe. All die gequälten Gesichter, die mir entgegen kamen, haben mich alle daran erinnert, dass ich eigentlich doch clever bin. Irgendwie.
Wenn man die ganzen Touris mit ihren Hunden und Pedelecs mal weg lässt, war das eine wunderschöne Gegend heute. Weite, breite Strände, schön zu fahrende Wege und …  
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…ach ja, Wetter hatten wir ja schon. Ich kenne da jemanden, der hätte das bestimmt auch gefallen, aber nee, feuchte Weinkeller an der Mosel sind ja interessanter. Tja, man kann nicht alles haben.
Im Moment sitze ich im Sessel vor dem Kamin in meinem Hotel-Restaurant. Ja, heute Hotel statt Zeltplatz. Gelegenheit, mal was durch zu waschen und in die Badewanne zu legen. Tut dem alten Kadaver gut. Und wenn sich die Hochzeitsgesellschaft am Pool  mit samt dem dezibelgeschädigten  Discjockey in der nächsten Stunde zum Teufel schert, wird es auch eine ruhige Nacht.
Gerade den Wetterbericht gesehen für morgen.
Geburtstag ist vorbei. Es wird feucht.
Petrus, wir müssen reden…