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Das Rad – Teil 2

2013
11.28

Zeit für Veränderungen( Fortsetzung  von Teil 1)
Da war es also, mein erstes Liegerad.
Die ersten Kilometer waren erwartungsgemäß schwierig und mit diversen Grundberührungen verbunden. Ich suchte mir eine einsame Strecke und übte das zügige Anfahren, Langsamfahren, enge Kurven und andere Dinge. Erfreulicherweise machte ich recht zügig Fortschritte und nach ca. 500km hatte ich auch die nötige Sicherheit, um durch die Stadt in den Stadtpark zu fahren.
Auf der technischen Seite war da weniger Erfreuliches zu konstatieren. Der Tiller-Lenker war sehr unbequem und wurde durch ein gerades Rohr ersetzt. Angenehmere Handhaltung und mehr Platz am Cockpit wurden mit vertretbar mehr Windwiderstand erkauft. Schalt- und Bremszüge wurden ebenso wie die Reifen ersetzt. Zwar war mir vor dem Kauf schon klar, dass das Sortiment an 451er Reifen nicht gerade groß ist. Was das aber in der Praxis bedeutete, sollte mir erst später richtig klar werden.
Die größten Sorgen bereiteten mir die Laufräder, besonders hinten, sowie das hintere Schaltwerk. Es war praktisch kaum möglich, schnell und sauber zu schalten, es war mehr Glückssache, welcher Gang gerade reinrutschte. Alle mir bekannten Tricks und Einstellungskniffe fruchteten nix, hier musste dringend was geschehen. Auch das Ritzel mit seinen 11-23 Zähnen bot für meine Verhältnisse doch wenig Reserven zum Bergauffahren. Die Laufräder mit ihren 18 Speichen hatten ihre besten Tage schon lange hinter sich, die Bremsflanken waren durch und einige Speichenlöcher waren schon so weit aufgezogen, dass sich ein Nachspannen einiger loser Speichen praktisch von selbst verbot. Dass das Folgen haben würde, hätte mir klar sein sollen, war es auch, aber wie das so ist. Wird schon halten.

Hat es auch.

Bis zu jenem Sonntag Nachmittag, wo mir die Entscheidung, was ich wie und wodurch ersetze, auf einen Schlag abgenommen wurde. Denn da gab es noch 15km von der heimischen Werkstatt entfernt plötzlich einen Knall und das Hinterrad blockierte. Keine Ahnung, wie das genau passiert war, jedenfalls hatten sich drei Speichen und das Schaltwerk auf das Innigste verknotet, alles war verbogen, das Schaltauge ausgerissen und die Kette verkeilt. Nachdem ich alles vorsichtig seziert, das Schaltwerk abgebaut, zwei Speichen entfernt und eine gesichert hatte, fuhr ich mit 15 Speichen hinten und nur einem aufgelegten Gang voooorsichtig nach Hause.
Am nächsten Tag ging die Bestellung für zwei neue Laufräder mit 32 Speichen und Shimanonaben raus und eine neue Kette und ein 12-36er Ritzel wurden besorgt. Als Schaltwerk kam ein Shimano SLX Shadow rein. Das Schaltauge habe ich wieder gerichtet, die Bohrung zugeschweißt, neu gebohrt und geschnitten. Von da ab schaltete sich alles so, wie es sollte und nachdem ich die Laufräder noch mal nachzentriert und mit etwas mehr Speichenspannung versehen hatte, war auch spürbar mehr Laufruhe im gesamten System.
Dieses Setup hat sich bewährt und mich bis jetzt ca. 7000km getragen. Auf zwei Urlaubstouren und vielen Kurztrips gab es keine Probleme damit.
Einzig die Reifen bereiteten mir Sorgen. Nach längerem Suchen hatte ich mich für die Schwalbe Durano entschieden. Sie stellten von Verfügbarkeit, Laufeigenschaften, Pannensicherheit und Preis den für mich besten Kompromiss dar. Bei einer geschätzten Handvoll Alternativen muss man sich eben begnügen. Die Duranos haben sich durchaus wacker geschlagen, allerdings hatte ich schon im ersten Jahr mehr Pannen als die letzten zehn Jahre zuvor mit den Conti Grand-Prix am Rennrad. Dazu kam, dass ich mit den kleinen, schmalen Reifen zunehmend Probleme auf unbefestigten Streckenabschnitten bekam. Das ließ in mir die Idee reifen, auf 26 Zoll umzubauen. Dazu brauchte ich lediglich die Gabel und die Schwinge tauschen. Alle anderen Bauteile sollte mir mein altes Mountainbike liefern, welches schon länger ungenutzt im Keller stand. Und nach einer üblen Reifenpanne und dem Desaster bei der Himmelfahrtstour 2013 stand mein Entschluss fest: es wird umgebaut!

… wird fortgesetzt