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Am Ende

2016
02.29

bleiben wie jedes Jahr Schulden.
Die will ich noch schnell einlösen, bevor dieses kleine Radfahrertagebuch in eine neue Saison geht.
Es gibt nicht viel zu berichten über die letzte Etappe meiner letztjährigen Reise. Es ging von Braunschweig nach Uelzen, diesmal nicht am Kanal lang. Von Uelzen mit dem Zug dann nach Hause. Das war’s, mehr kommt nicht. Und das hat Gründe.
In Niedersachsen mit dem Rad zu reisen bereitet mir nach wie vor kein Vergnügen. Man kommt zwar leidlich durch, aber an jeder zweiten Ecke haut man der Spezies Radfahrer den ihr verordneten Status als minderwertiger Verkehrsteilnehmer um die Ohren. Ich versuche schon lange, dieses mein Vorurteil zu revidieren, finde es stattdessen immer wieder bestätigt. Leider. Dabei hat Niedersachsen Potenzial. Schöne, ruhige Strecken, viel zu sehen, nette Leute, tolle Landschaft, alles da. Aber so lange dort die Radfahrer wie Idioten behandelt werden, wird das nix mit mir und Niedersachsen. Vielleicht sollte ich mich ja tatsächlich mehr auf die schönen, positiven Aspekte am Wegesrand konzentrieren. Man fällt ja leicht in diese Schlechtesvorurteilerfüllungserwartungshaltung, ich merke das immer wieder. Aber Niedersachsen und ich sind ja noch ne Weile da, mal sehen.
Die vergangenen Wochen habe ich damit zugebracht, die Installation des Forumsladers zu optimieren. Ich hab ihm ein Gehäuse gebastelt und die Kabelei reduziert. Zudem hab ich mich nach fast einjährigem Test entschieden, das Garmin in Zukunft vom Cockpit zu verbannen. Es ist zwar als Backup immer noch mit dabei, wird aber jetzt von Smartphone abgelöst. Der Makel der schlechten Ablesbarkeit bei Sonne wurde durch ein selber gebautes, dunkles Farbprofil erträglich gestaltet. Das hat sich gestern bestätigt.

In meiner Erinnerung war gestern der erste vollsonnige Sonntag dieses Jahr. Obwohl die Lufttemperatur selten über 7°C ging, wärmte die Sonne mein schwarzes Leibchen sehr angenehm, sogar die Füße blieben warm. Nach Sonnenuntergang musste ich allerdings ziemlich zügig wärmeerhaltente Maßnahmen ergreifen, um dem Gefrierpunkt Paroli bieten zu können.
Trotzdem sehr angenehme Tour. Da man mit einer Abo-Karte vom HVV am Sonntag per Bahn ziemlich weit über die Stadtgrenze von Hamburg hinaus fahren kann, suche ich mir ab und zu einen Bahnhof am Rande des Geltungsbereiches und fahre von dort nach Hause. Gestern war Rickling dran, 60 Kilometer südwärts durch Schleswig-Holstein sind es geworden, teilweise auf neuen Wegen. Sehr angenehm, kommt jetzt öfters mit auf’s Tablet.


So, jetzt kommen hoffentlich wieder öfter solche schönen Tage. Mal sehen, ob es sich ausgezahlt hat, Herbst und Winter über (fast)konsequent durch zu fahren. Gestern jedenfalls hatte ich keine Probleme, die Strecke mit einer Banane, einem Mars und zwei Litern Tee abzufackeln. Sieht gut aus für die Saison!