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Abgehackte Körperteile…

2014
08.25

…zum Frühstück neben sich zu haben ist wohl kein gutes Omen für den Tag.
Gut, in Antwerpen ist das nicht ungewöhnlich. Dort soll ja mal vor geraumer Zeit ein Riese die armen Schipper auf der Schelde immerzu abkassiert haben. Ein römischer Bodybuilder soll ihm dafür die Hand abgehackt und die Schelde geworfen haben. Daher Handwerfen -> Antwerpen. Wer’s glaubt. Immerhin haben sich die Belgier später die EU-Behörden ins Land geholt und hauen jetzt immer den Italienern auf die Finger. Tja, man sieht sich immer zwei mal.k25_001
Die Hand liegt jetzt versteinert in Antwerpens Mitte und hat mir beim Frühstücken zugeschaut. Glück für den Tag hat es mir nicht gebracht.
Bis Mittag ging ja alles gut, dann setzte der vorher gesagte Regen ein. Kein Problem, ich habe mich mittlerweile drauf eingestellt, dass es jeden Tag regnet. Schade nur, dass die Gegend dann viel an Charme verliert. Die erste Hälfte bis Sint-Niklaas kam ich mir teilweise vor wie in der tschechischen Provinz. Nicht sehr ansehnlich, schlechte Straßen und Wege, unfreundliche Autofahrer. Dahinter kam dann eine Reihe recht hübscher Waldsiedlungen. Irgendwann ging es durch ein Naturschutzgebiet, an dessen Ende man den Weg einfach ohne Vorwarnung gesperrt hatte. Bei dem einsetzenden Regen hatte ich keine Lust, 16 km Umweg zu fahren, also durch das bereits vorhandene Loch im Zaun bis zur Baustelle. Die Bauarbeiter saßen bei dem Sauwetter in ihren Autos und schauten mir ungerührt beim Durchwaten der Schlammmassen ihrer Baustelle zu. Egal, ich war durch, weiter ging’s.
In Gent hatte ich Hotel gebucht, ich wollte schon zeitig einchecken, um mir die Stadt mal anzuschauen. Pustekuchen. Es regnete, es als gäbe es kein Morgen. Im Hotel angekommen, erfuhr ich, dass es keine Möglichkeit gibt, das Rad irgendwo sicher abzustellen. Draußen auf der Straße ginge das, aber das kam nicht in Frage. Ich lass mein Pferd nicht draußen im Regen stehen, von Dieben umkreist. Neverever!!1
Als Plan B hatte ich mir Fahrradläden im Umkreis rausgesucht. Alle zu, alle! Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass es bei meiner Suche quer durch Gent nach einem sicherem Schlafplatz für das Rad in Strömen regnete?
Kurz bevor ich dazu übergehen wollte, Gent dem Erdboden gleich zu machen, kam ich am Fahrradparkhaus der Universität vorbei. Zwei selbst im fahlen Dämmerlicht noch seriös wirkende junge Männer bestätigten mir unabhängig voneinander, dass dies ein sicher Radparkplatz für die Nacht sei. Kameraüberwacht. Was also blieb mir anderes übrig. Gesichert mit allen Schlössern, die ich hatte ließ ich mein Ross alleine im Parkhaus zurück. k25_011Wohl ist mir nicht dabei, das wird keine ruhige Nacht.
Bis morgen dann…