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35 Jahre ist es her…

2014
08.24

… seit ich das letzte Mal in Antwerpen war. Damals noch als blutjunger Seemann, leider bin ich damals nicht aus dem Hafen rausgekommen. Nur bis zu einer Hafenkneipe Namens Spek en Eieren. Ob es die noch gibt?

Heute hab ich mir Zeit genommen, etwas Erholung von dem Stress gestern. Nach einem fulminanten Frühstück ging es 9.00 Uhr los. Das Wetter war sehr gut, keine Berge entlang des Albert-Kanals, fast schon langweilig. k24_012War es aber nicht. Gut, die Landschaft entlang des Kanals ist nicht für touristische Zwecke gestaltet, der Kanal hat wirtschaftliche Gründe für seine Existenz, und das sieht man ihm auch an. Das wahre Interessante sind aber die Leute, die man trifft. Sonntag morgen sind da Unmengen an Rennradfahrern unterwegs, eine Trainingsgruppe an der anderen, Einzelkämpfer, alle Altersklassen mit einfachster Ausrüstung bis hin zu High-end Equipment. Schaulaufen vom Feinsten. Dazwischen mit Elektro aufgerüstete Rentner, deutsche Touristen, erkennbar an den ALDI-Radsachen inklusive ALDI-Helm, und andere Radreisende aller Couleur. Kino ohne Geld.

k24_02230 km vor Antwerpen schlug das Wetter wieder in Regen um. Stark, aber kurz, kein Problem.

Bis zur Stadtgrenze war es wirklich angenehm zu fahren. Breite asphaltierte Radwege selten zu teilen mit dem Kraftverkehr, man kommt da gut und schnell voran.

Die Stadt selber zeigt zum Empfang ein ziemlich hässliches Gesicht, schlechte Straßen und Wege, Industrie und Hafen überall, laut, schmutzig, da will man schnell wieder weg. Möglicherweise half auch der Regen, das alles doch recht öde und trist aussehen zu lassen.

Angekommen in der Innenstadt kam dann auch wie auf Bestellung die Sonne wieder raus und auch die Stadt wurde ansehnlicher. Allerdings erhöhte sich auch die Anzahl der Touristen, und so war alles wieder so, wie ich es eigentlich erwartet hatte.

Antwerpen ist wirklich schön und sehr belebt. An jeder Ecke haben die Kneipen und Restaurants Tische rausgestellt, überall sitzen die Leute und lassen es sich gut gehen. Undenkbar zu Hause, wo das Ordnungsamt Striche auf den Fußweg malt, um Ordnung zu schaffen.

Untergekommen bin ich bei Marleen mitten in Antwerpen, 10 Minuten zu Fuß vom Zentrum. Schönes großes Zimmer mit Kamin und einem Schlagzeug. Möchte zu gern wissen, wer da spielt, wenn kein Schlafgast da ist.

So, jetzt noch was essen, Fritten und belgisches Bier, um die Mineralien wieder auf zu füllen. Am Dageraadplaats wird es jetzt langsam dunkel, aber Sonntag Abend tobt hier immer noch das Leben. Rund um den Platz ist eine Kneipe an der anderen, in der Mitte ist ein Spielplatz, eine Bühne, auf der jemand Cello spielt, und ein Bolzplatz, wo die Kids zur Cellomusik Fussball spielen.

Ich sitze jetzt im ZeeZicht und schaue auf den Platz da draussen. Links kotzt ein Suffke an die Kirche und gegenüber ist eine Kneipe, in der Liveblues gespielt wird. Ich glaube, ich bleib hier noch ne Weile.

Heute ist mal ausnahmsweise alles gut, keine Luft nach oben mehr. Alles perfekt, ich bin zufrieden. Kann aber auch sein, dass das gute belgische Bier hilft, diesen Eindruck zu verstärken. Bis morgen….

PS. Für Bilder und Karte gilt das gestern Gesagte.